16.08.2009 at 9:15 pm by FloridaUrlaub

Boot fahren in Florida

Direkt hinter dem Haus einen wunderschönen Kanal mit Zugang bis zum Golf von Mexiko, rechts und links gesäumt von kleinen und großen Booten – da bekommt man unweigerlich selber Lust, mal eine Runde zu fahren. Im Unterschied zu Deutschland bedarf es dafür nicht mal eines Führerscheins für Boote. Natürlich setzen alle Vermieter eine Einweisung sowohl in das jeweilige als auch in die örtlichen Gegebenheiten – und da gibt es einige, zumindest in Cape Coral.

Die Bedienung des Bootes war nicht die große Herausforderung. Im Grunde gibt es ein normales Zündschloss zum Anlassen des Motors und einen Wahlhebel für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt. Zudem noch ein Steuerrad…im Grunde war es das. Unser Boot hatte – was recht positiv ist – noch einen Tiefenmesser – und so kommen wir auch schon zu den Besonderheiten von Cape Coral. Die Kanäle, wenn auch oft recht breit, sind nicht sonderlich tief. Gerade zu den Rändern hin beträgt die Tiefe lediglich ein paar Fuß – das kann für manche Inboarder schon ganz schön eng werden.

Regel 1 lautet daher, die Kanäle immer möglichst in der Mitte zu befahren. Auch beim Ausweichen sollte man nie auf Tuchfühlung mit dem Rand gehen. Hier zahlt sich ein Tiefenmesser ein wenig aus, auch wenn er natürlich den Nachteil hat, dass es eigentlich zu spät ist, wenn der Tiefenmesser zu wenig anzeigt. Man kann ihn aber mit einem Alarm versehen, der frühzeitig ein Signal gibt, wenn es knapp werden könnte. Bei der Einweisung erfahren Sie, wie viel Tiefe ihr Boot benötigt. Das flache Wasser ist übrigens der Hauptgrund dafür, dass man so viele Boote mit Außenbordmotor in Cape Coral sieht. Mit diesen benötigt man weniger tiefes Wasser und kann den Motor sogar noch schräg stellen. Das führt uns auch direkt zu Regel 2.

Regel 2 besagt, dass man immer gemäß der Einweisung fährt und sich nicht nach den anderen richtet. Auch wenn ein Boot, augenscheinlich ohne Probleme, eine wesentlich kürzere Strecke nimmt, als es Ihnen gezeigt wurde, bleiben Sie auf der eingewiesenen Strecke. Der andere hat vielleicht in Unkenntnis Glück gehabt und gerade die schmale Lücke getroffen, oder seine Schraube hat etwas abbekommen, er hat es aber gar nicht gemerkt, oder er kennt ein Boot so genau, dass er wusste, dass er durch kommt. Auch wenn es manchmal lockt: der sicherer Weg sollte etwas mehr Zeit wert sein.

Regel 3 deutet auf die ausgeschilderten Wege. Auf den Strecken nach Cape Coral und wieder raus stehen Markierungen, die die Richtung und die Fahrrinnen kennzeichnen. Auch hier gilt es, sich nach Möglichkeit dran zu halten. Abseites dieser Markierungen wird es sehr schnell flach. Wenn man – was zumindest mir am Anfang passiert ist – mal den Faden verliert ist es auf jeden Fall besser, erst mal Geschwindigkeit rauszunehmen und den Faden wieder aufzunehmen. Steckt man erst ein mal in der Sandbank, dann wird es teuer!

Das war es im Grunde aber auch schon! Natürlich gibt es noch viele Tricks und Kniffe, die Ihnen Ihr Einweiser zeigen wird. Interessant war für mich auch, dass ein Boot einfach nie ruhig ist! Gerade wenn man langsam durch die Kanäle schippert ist man ständig am lenken und korrigieren. Bei den ersten Brückendurchfahrten war ein wenig Nervosität immer dabei. Am besten ist es einfach, etwas vorausschauend fahren und gelassen bleiben.

Und jetzt viel Spaß beim Boot fahren in Cape Coral!

Share and Enjoy: These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG

Comments are closed.